Samstag, 5. April 2014

Rezension: Der Teufel von New York von Lyndsay Faye

Über vorablesen bin ich auf „Der Teufel von New York“ von Lyndsay Faye gestoßen. Das Buch hat mich sofort gefesselt und schien ein ganz besonderer Thriller zu sein. Bei der Verlosung hatte ich Glück und konnte das Buch nun gleich lesen.

„Der Teufel von New York“ von Lyndsay Faye
dtv Premium Verlag
480 Seiten
15,90 € (Taschenbuch)









1845 in New York, die frisch gegründete Polizei steht vor einem Rätsel: ein unbekannter tötet dutzende Kinder, es gibt keine Spur auf den Täter. Einzig ein kleines Mädchen kann fliehen und wird von dem frisch gebackenen Polizisten Tim Wilde gefunden, sie ist blutüberströmt und völlig verängstigt. Tim war früher Barmann und ist Dank seines Bruders und seiner guten Beobachtungsgabe bei der Polizei gelandet. Mitgenommen vom Schicksal des Mädchens betreibt er die Ermittlungen im Fall der getöteten Kinder nun mit ganz besonderem Eifer.

„Der Teufel von New York“ wirkte in der Leseprobe auf mich wie ein einfacher Thriller, vielleicht sogar gespickt mit einem gewissen Horrorfaktor. Jetzt hat sich gezeigt, dass das Buch vielmehr eine gelungene Mischung aus historischem Roman und Krimi bietet. Das Buch bietet einen interessanten Einblick in die Situation in der jungen Metropole New York. Die Stadt, zu dieser Zeit gezeichnet von Rassenkonflikten und politischen Zerwürfnissen, bietet eine tolle Kulisse für diesen spannenden Kriminalfall. Der Einblick in die sozialen Strukturen der Stadt hat mich besonders fasziniert und ist laut Angaben der Autorin authentisch. Jedes Kapitel wird zudem mit einem Zitat aus einer historischen Quelle zur Situation der katholischen und protestantischen Einwohner Amerikas oder über die Irischen Einwanderer eingeleitet. Diese Zitate wirken derart skurril, dass man meint sie müssten erfunden sein, verdeutlichen aber authentisch die im Buch beschriebenen Situationen.

Zwar ist das eigentliche Highlight des Buches der historische Hintergrund, die Handlung des Kriminalfalles kann da jedoch auch sehr gut mithalten. Die Ermittlungen sind spannend beschrieben und die Wendungen der Geschichte konnten mich gut überraschen. Auch die Protagonisten haben ihren Teil dazu beigetragen, dass ich das Buch nur ungern zur Seite legen wollte. Lediglich ein paar Längen im Mittelteil des Buches, in denen sich sowohl die Konflikte der Protagonisten als auch der Fall nur ziemlich zäh entwickeln hat die starke Wirkung des Buches abgeschwächt.
Auch in diesen Phasen konnte ich das Buch genießen, da die Sprache für einen Krimi wirklich toll, sehr detailliert und bildreich ist. Die Beschreibungen sind nicht zu langatmig und sorgen trotzdem für eine dichte Atmosphäre. Es wurden einige Begriffe der damaligen Gaunersprache Flash eingebaut und auch im Anhang entsprechend übersetzt. Leider gibt es einige kleinere Ausnahmen, die ich im Anhang nicht finden konnte und mir im Zusammenhang erschließen musste. Auch wäre nicht nur die reine Übersetzung sondern (sofern möglich) der Ursprung der Begriffe interessant gewesen. Wer Bücher auch gern mal im englischen Original liest kann das vielleicht noch besser genießen.

Insgesamt bekommt „Der Teufel von New York“ von mir 4 von 5 Leseratten, die Handlung allein ist vielleicht nicht so außergewöhnlich, bekommt aber im Zusammenhang mit der tollen Sprache, der dichten Atmosphäre und dem historischen Hintergrund eine ganz neue Qualität.

Kommentare:

  1. Das finde ich auch. Die Atmosphäre in dem Buch fand ich einzigartig, mir war es etwas zu ruhig, aber ansonsten hat es mir auch wunderbar gefallen und ich würde in jedem Fall gerne noch was von der Autorin lesen bzw. ist das ja eh das erste Buch einer Reihe um Timothy Wilde, also bekomme ich ganz sicher Weiteres von Lyndsay Faye zu lesen. ;-) Ich habe ebenfalls 4 Sterne vergeben.

    Alles Liebe ♥, Janine

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    1. Ich fand "Der Teufel von New York" ungewöhnlich und hatte viel Spaß daran. Wie du werde auch ich einen nächsten Band der Autorin gern noch lesen. :-)

      Viele liebe Grüße, Alex

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