Donnerstag, 16. Oktober 2014

Der Herbst wird spannend bis tragisch...

Auf Twitter hat die liebe Iris neulich festgestellt, dass Sie eine Jahreszeiten-Leserin ist. Ich konnte mich da spontan anschließen und habe gleich ein bisschen nach passenden Herbstbüchern für mich gestöbert.


Im Herbst soll es für mich spannend sein, gern auch ein bisschen tragisch, nicht zu viel Action. Das regnerische Wetter passt einfach zu gut, zu düsteren und traurigen Geschichten. Für die goldenen Herbststunden darf es dazu noch ein Hauch Romantik und Gefühl sein.

Mein absoluter Favorit im Moment ist "In Zeiten von Liebe und Lüge" von Héléme Grémillon aus dem Hoffmann und Campe Verlag.

Zum Inhalt:
Lisandra ist jung und wunderschön, Lisandra ist eine begnadete Tangotänzerin - und Lisandra ist tot. Hat ihr Ehemann, der Psychiater Vittorio, sie aus dem Fenster gestoßen?
Im August ist es Winter in Buenos Aires, Lügen und Verrat bestimmen das Leben der Menschen um Lisandra und Vittorio. Doch Eva Maria, Patientin von Vittorio und heimlich in ihn verliebt, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.


Das Cover allein schreit für mich schon nach Herbst, aber auch diese Mischung aus einem tragischem Todesfall (Mord?) garniert mit Lügen, Verrat und Eifersucht macht so richtig Lust auf spannende, verregnete Leseabende. Da die Handlung in Buenos Aires im Winter spielt, kann ich mich ganz leicht in die Atmosphäre einer grauen Großstadt hineinversetzen.

Schon angelesen und für gut befunden habe ich "Die Lebenden und die Toten von Winsford" von Hakan Nesser aus dem btb Verlag.

Zum Inhalt:
Exmoor, eines Abends im November. Über dem kleinen Dorf Winsford in der südenglischen Moorlandschaft liegt dichter Nebel. Die mysteriöse Frau, die sich unter dem Namen Maria Anderson mit ihrem Hund im abseits gelegenen Haus auf der Heide niederlässt, bietet Stoff für Spekulationen. Was hat sie hier draußen in der Einöde zu suchen? Was hält ihr Mann von ihrem Aufenthalt an diesem Ende der Welt? Wo ist er überhaupt? Tatsächlich auf Reisen?

Da die Protagonistin Maria eigentlich ständig im Nieselregen spazieren geht, passt das Buch wunderbar zu verregneten Wochenenden. Noch ist die Handlung recht beschaulich und ruhig, ich hoffe aber, dass sich auch in dieser Geschichte noch eine Portion Spannung entwickelt. Mal schauen, ob ich dran bleiben werde...


Da ich mich im Moment auch viel mit Social Media und den Gefahren bzw. Nutzen des Internet beschäftige, reizt mich "Mona" von Dan T. Sehlberg aus dem Kiwi Verlag für den Herbst besonders. Da verspreche ich mir angenehme, psychologische Spannung und interessante Zukunftsentwürfe.

Zum Inhalt:
Eric Söderqvist, Informatikprofessor aus Stockholm, hat »Mind Surf« erfunden – ein gedankengesteuertes System, das die Bedienung von Computern von Grund auf verändern kann. Der Libanese Samir Mustaf ist ein früherer MIT-Professor, dessen Tochter Mona von einer israelischen Splitterbombe getötet wurde. Er hat den komplexesten Computervirus – Mona genannt – entwickelt, den die Welt je gesehen hat. Mit ihm soll ein Cyberangriff auf Israels Finanzsystem unternommen und das Land destabilisiert werden. Eric ist, auch wenn alle ihn für verrückt erklären, davon überzeugt, dass seine Frau, die für eine israelische Bank in Schweden arbeitet, von dem Computervirus infiziert wurde. 


Ganz zufällig bin ich über "Heilige Mörderin" von Keigo Higashino aus dem Klett Cotta Verlag gestoßen. Der Krimi verspricht Spannung trotz ruhiger Atmosphäre, eine mitreißende Story ohne große Gewalt. Solche stillen und doch spannenden Bücher sind für mich genau das richtige, wenn man langsam anfängt sich auf den stillen Winter vorzubereiten, wenn die Natur zur Ruhe kommt.

Zum Inhalt:
Auf den ersten Blick ist ein perfekter Mord geschehen: Der erfolgreiche Unternehmer Mashiba liegt tot in seinem Wohnzimmer. Kurz zuvor hatte er von seiner Frau die Scheidung verlangt. Erneut liefert Physik-Professor Yukawa mit Inspektor Kusanagi ein Kabinettstück an Kombination, um die Schuldige zu überführen.

Japanische Autoren interessieren mich übrigens generell. Nicht nur Haruki Murakami konnte mich schon überzeugen, auch Yoko Ogawa hat mich schon begeistert. Die ruhige und detaillierte Sprache dieser Autoren fasziniert mich ungemein.


Die angesprochene Ladung Gefühl und Tragik verspricht "Das Haus am Himmelsrand" von Bettina Storks aus dem Berlin Verlag. Ich habe in das Buch schon reingelesen und der angenehme Schreibstil verspricht entspannende Lesestunden.

Zum Inhalt:
Eigentlich ist Elisabeth „Lizzy“ Tanner eine glückliche Frau: Ihre reizende Tochter Thea macht ihr viel Freude, ihr Partner Tom ist zuverlässig und liebevoll, Geldsorgen kennt sie nicht – und wenn es mal knapp wird, springt Lizzys Großvater ein, der Patriarch einer Freiburger Uhrendynastie. Doch die Sorglosigkeit zerbröckelt, als der Großvater stirbt. Nicht nur, dass er den »Rosshimmel«, das Anwesen der Familie in den Vogesen, zwei gänzlich Fremden vermacht, zudem hat er noch einen schwerwiegenden letzten Wunsch an Lizzy: Finde die Wahrheit heraus! Sorge für Gerechtigkeit! 


So ein ganz normaler, ganz einfach packender Thriller muss zwischen aller Spannung und allem Gefühl eigentlich auch wieder sein. Hier bin ich etwas ratlos. Vermutlich ist das Angebot schon wieder zu groß, um einen echten Favoriten zu finden.

Habt ihr vielleicht noch Tipps für tolle Thriller in diesem Herbst?

Kommentare:

  1. Lustig, ich lese gerade "Verdächtige Geliebte" von Keigo Higashino und es gefällt mir gut.
    Hèlène Grémillon hat mich mit ihrem ersten Buch damals begeistert, ich werde daher bestimmt bald ihr 2. lesen:-)
    Als packender Thriller könnte ich Dir "das stumme Kind" von Michael Thome empfehlen, echt sehr gut.
    Dir eine schöne Herbstlektüre!
    Lg
    M.

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    1. Danke für den Tipp, das klingt wirklich spannend! :)
      Ich bin wenn es um Thriller geht im Moment völlig erschlagen, in der Buchhandlung klingt für mich nahezu jeder Titel und Klappentext gleich und ich gebe schnell auf. "Das stumme Kind" habe ich da noch gar nicht entdeckt.

      Das du gerade Keigo Higashino liest finde ich ja toll, du hast auch schon was von Yoko Ogawa auf deinem Blog vorgestellt! :) Da teilst du offenbar meine Begeisterung für japanische Autoren/innen.

      Viele liebe Grüße
      Alex

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  2. Hallo Jahreszeitenleserkollegin ;-)!

    Ich stecke noch im Krimi-Thriller-Genre fest, werde da vermutlich auch erst gegen Dezember wieder rauskommen, wenn es draußen kalt und schneetreibend wird.
    MONA interessiert mich auch - auch erwarte hier psychologische Spannung. Allerdings warte ich noch die ersten Rezensionen ab - es könnte ja auch gähnend langweilig werden.

    Auf alle Fälle: Schöne Lesestunden dir, liebste Grüße, Iris

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    1. Hallo!

      du bist vielleicht noch ein wenig von "Der Circle" abgeschreckt? Das Buch hatte dir ja gar nicht gefallen, wo es mich so begeistert hat :-D
      Bei Mona warte ich zwar auch noch etwas ab, aber eher um erst ein paar andere tolle Kandidaten von ihrem Warte-Schicksal zu erlösen ;)

      Viele liebe Grüße
      Alex

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